Wie sich die Berufswahl auf die Berufsunfähigkeitsversicherung auswirkt

Wenn in diesen Tagen die neuen Auszubildenden in ihre Lehren starten, beginnt für sie ein wichtiger neuer Lebensabschnitt. Die richtige Wahl des Berufs spielt dabei eine entscheidende Rolle. Denn diese Entscheidung beeinflusst das ganze Leben. Ein Aspekt, der dabei oft vernachlässigt wird, ist die Berufsunfähigkeitsversicherung. Dabei kann sich die Berufswahl erheblich auf die Prämienhöhe und die Deckung der Berufsunfähigkeitsversicherung auswirken.

Darum könnte neben den persönlichen Vorlieben und Talenten sowie den Perspektiven eines Jobs auch die finanzielle Seite, zum Beispiel im Falle einer Berufsunfähigkeit, eine Rolle spielen. Immerhin hängt die Höhe der Versicherungsprämien stark vom Beruf ab. Und da sich mit dem Eintritt in das Berufsleben ohnehin einiges ändert, insbesondere, wenn zeitgleich eine eigene Wohnung oder ein WG-Zimmer bezogen wird, gehört in die Versicherungsberatung der jungen Erwachsenen das Thema BU-Versicherung.

Warum die Berufswahl für die BU-Versicherung wichtig ist

Nun machen sich junge Menschen, die eben erst aus der Schule kommen oder ein Studium beendet haben, kaum Gedanken darüber, ob und wann sie eventuell ihren Beruf nicht mehr ausüben können. Dabei wird durchschnittlich jeder vierte Arbeitnehmer berufsunfähig und damit wird es für jeden ein wichtiges Thema.

Versicherer nutzen für die Berechnung der BU-Prämie eine Risikoeinschätzung. Diese Einschätzung beruht auf unterschiedlichen Faktoren. Dazu zählen das Alter der versicherten Person, der Gesundheitszustand und eben der Beruf. Manche Berufe haben ein höheres Risiko, dass der Versicherte im Laufe eines Arbeitslebens berufsunfähig wird, als andere – und das spiegelt sich eben in der Beitragshöhe wider. Das sind die Risikoklassen der Versicherer.

Berufsklauseln in der BU-Versicherung

So haben beispielsweise Angestellte, die im Büro arbeiten in der Regel niedrigere Prämien als Bauhandwerker, da letztere aufgrund ihrer körperlich anspruchsvolleren Arbeiten schneller BU werden können. Denn hier kann z.B. eine Schulterverletzung eher dazu führen, dass nicht mehr gearbeitet werden kann, als in einem Bürojob.

Besondere Aufmerksamkeit gilt bei den Berufsklauseln. Manche Verträge enthalten diese Einschränkungen, um bestimmte berufsbedingte Risiken für sich abzufedern. Neuere Verträge enthalten diese Klauseln nicht mehr, da sie mit dem BU-Begriff nicht zu vereinen sind. Hierbei geht es immer um die zuletzt in gesunden Tagen ausgeübten Tätigkeiten und nicht um das Berufsbild.

Einmal Student, immer Student?

Deshalb ist der zuletzt ausgeübte Beruf versichert und nicht der, den ich bei Vertragsabschluss ausgeübt habe. Wenn der Versicherte bei Vertragsabschluss Student war, zahlt er für immer die Prämien eines Studenten. Sollte er während der Vertragslaufzeit Schreiner werden, dann zahlt er trotzdem wie ein Student, ist aber als Schreiner versichert – auch, wenn er die Versicherungssumme im Rahmen einer Nachversicherung erhöht. Deshalb empfiehlt es sich als Schüler oder Student zu schauen, in welche Richtung die Karriere läuft. Dann lässt es sich leichter entscheiden, ob sich eine BU-Versicherung schon doppelt lohnt.

Fotocredit: Freepik

Autor/in

Manila Klafack ist Redakteurin bei Pfefferminzia. Nach Studium und redaktioneller Ausbildung verantwortete sie zuvor in verschiedenen mittelständischen Unternehmen den Bereich der Öffentlichkeitsarbeit.

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